Psychologie in Wirtschaft & Politik
100% EVIDENCE-BASED PRACTICE 


EVIDENCE-BASED POLICY - EVIDENZBASIERTE POLITIK* und...

E R K L Ä R E N D E S   V O R W O R T

Meine Themen: Neben einer sehr breiten Palette an möglichen Themen, bin ich in der Politik vor allem darum bemüht aktiv Erkenntnisse aus den Teildisziplinen Politische Psychologie inklusive Konflikt-, und Friedenspsychologie, Kulturpsychologie so wie Kommunikations-, und Verhandlungspsychologie in "Umsetzung" zu bringen und Politik(er)-Beratung entsprechend reichhaltiger und fundierter zu gestalten, was angesichts aktueller Herausforderungen und Entwicklungen ein unverzichtbares "Muss" ist.

Meine Tätigkeit: Meine Hauptaufgabe besteht darin "blinde Flecken" zu beseitigen und entsprechend mit Evidenz zu füllen - durch die Kombination von Evidence-Based Practice als grundsätzliche Arbeitsmethode, der Einbindung der Psychologie der Urteilsbildung & Entscheidungsfindung und der Übersetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse als Angewandte Sozialpsychologie. Diese Verflechtung garantiert die bestmögliche Schließung des noch offenen "Knowing-Dong-Gaps" und damit die bestmögliche Entscheidungsfindung.

P O L I T I S C H E   P S Y C H O L O G I E

  • Angewandte Politische Psychologie - in Arbeit, Organisation, Wirtschaft, Gesellschaft, Diplomatie und nationaler & internationaler Politik

"Obwohl die politische Psychologie seit Jahrzehnten ein gut etabliertes Forschungs- und Praxisfeld der (Sozial-)Psychologie im angloamerikanischen Sprachraum darstellt, ist sie in Deutschland und Österreich bisher weitgehend unbekannt geblieben". (Schachinger H. E.; Psychologie in Österreich Nr. 3, 2018)

Die Geburtsstunde der Politischen Psychologie wird mit Ende des 19. Jahrhunderts datiert und blickt somit - als Teildisziplin der Sozialpsychologie - auf eine lange Zeit zurück.... (Politische) Psychologie beleuchtet die (politische) Entscheidungsfindung, sie erklärt und beschreibt Phänomene und Prozesse, sie bindet Kontext und Bedingungen mit ein, betrachtet sowohl das Individuum als auch die Gruppe und trifft auf Basis dieser Faktoren Vorhersagen. Zudem erfasst sie Gebiete wie "Internationale Beziehungen" und "Verhandlung & Kultur" ...

Es ist Tatsache, dass Politik im Kern sehr stark von (sozial-)psychologischen Prozessen wie Meinungsbildung, Konfliktbewältigung, Überzeugung oder Konsensfindung u.v.m. geprägt ist. Und ebenso steht fest, dass diese Tatsache - vor allem außerhalb des angloamerikanischen Sprachraums - weitestgehend unbeachtet bleibt, was für eine "erstaunliche Leistung" der Welt des "Homo Politicus"* steht. Hauptverantwortlich an dieser Misere ist das ewige Grundproblem schlechthin - das gesamte Thema Urteilsbildung &  Entscheidungsfindung , dem sich die wenigsten stellen (wollen)...

Die Politische Psychologie (oder Psychologie der Politik) kann politischen Akteuren die notwendige Hilfe für das Hinaus aus einer "täglich grüßt das Murmeltier - Politik" anbieten, denn sie ist im Stande maßgeblich Ursachen politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen genauer zu bestimmen - mit dem Ziel ein besseres Verständnis für politische Prozesse und Inhalte zu gewinnen und Lücken im Handlungswissen zu schließen. Welcher Homo Sapiens kann hier noch länger ein nein, wozu? oder später öffentlich rechtfertigen?

Im Prinzip kann nahezu jeder Bereich gesellschaftlicher Prozesse auch zum Forschungs-, und Handlungsgegenstand Politischer Psychologie werden. Politische Psychologie beschäftigt sich mit dem Zusammenspiel von subjektiven Orientierungen, Motivationen, Handlungsbereitschaften und gesellschaftlichen Herrschafts- und Machtverhältnissen. Weiter befasst sie sich mit so unterschiedlichen Themen wie Umweltbewusstsein und -handeln, Gesundheit & Bildung, politischer Sozialisation, Gewaltphänomenen, Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Terrorismus, Führung, Autorität, kollektiven Identitäten, Großgruppen und ihren inneren wie äußeren Konflikten, Friedens- und Konfliktforschung, Mediation, Medien, Kampagnen und Propaganda, Reformen und den damit verbundenen Widerständen, politischem Widerstand, Coaching von Verbänden, NGOs oder Parteien und einzelner ihrer Repräsentanten, Folgen von Arbeitslosigkeit und Desintegration, politischer Kommunikation und Partizipation, um einige Themen zu nennen. (In Politik und Zeitgeschichte 11, 2007; Bundeszentrale für politische Bildung - D)

"Diese Themenfülle mag auch einen Teil der Vorbehalte begründen: Politische Psychologie ist eine Wissenschaft, die dem Berufspolitiker seine ureigene Kompetenz streitig macht [...]. " (Micha Hilgers, 2007; ein online-Beitrag in der Bundeszentrale für politische Bildung - D)

K O N F L I K T-,  &  F R I E D E N S P S Y C H O L O G I E

  • Angewandte Konflikt-, und Friedenspsychologie - in Arbeit, Organisation, Wirtschaft, Gesellschaft, Diplomatie und nationaler & internationaler Politik

"Kriege beginnen in den Köpfen der Menschen; folglich muss auch in den Köpfen der Menschen für Frieden gesorgt werden". (Präambel der Satzung der UNESCO, 1945)

Das Wesen des Konflikts (Konflikt = wenn unvereinbare Handlungstendenzen aufeinander stoßen) und mögliche Konfliktlösungen sind seit Jahrzehnten Gegenstand sozialpsychologischer Forschung und haben bereits eine Fülle an Erkenntnissen über Konflikte und das Konfliktverhalten von Politikern und von Menschen per se geliefert (es ist zwischen Konflikt und Konfliktverhalten zu unterscheiden). Damit ist nicht nur das Konfliktverhalten sondern auch die Psychologie der Entscheidungsfindung, die jedem Konflikt zugrunde liegt ein gut erforschtes Feld, welches in der Praxis jedoch viel zu wenig Beachtung findet. Schon Sigmund Freud sagte (1930), dass Konflikt ein unvermeidbares Nebenprodukt der Zivilisation sei, weil Ziele und Bedürfnissen von Individuen häufig mit den Zielen und Bedürfnissen anderer Menschen kollidieren. Wie auch immer... fest steht, dass "Konflikte und Frieden Formen menschlichen Verhaltens darstellen und daher als solche sowohl wissenschaftlich erforschbar als auch gezielt beeinflussbar sind". ( Sommer G. und Fuchs A., 2004; In Handbuch für Konflikt-, und Friedenspsychologie).

Manchmal entstehen Konflikte, weil das Gegenüber sich letztlich so verhält, wie wir es "vorhersagen", was im Endeffekt "nur" ein Beispiel für Selbsterfüllende Prophezeiung sein kann. Der US Politiker J. Williams Fulbright äußerte sich - passend zur Selbsterfüllende Prophezeiung - mit den Worten "Meine persönliche Überzeugung lautet, dass das Verhalten Russlands und Chinas ebenso sehr dem Argwohn gegenüber unseren Intentionen geprägt ist wie unser Argwohn gegenüber ihnen. Das würde heißen, dass wir einen großen Einfluss auf ihr Verhalten haben - dass wir nämlich, indem wir sie als feindselig behandeln, ihre Feindseligkeit erst garantieren", was nicht nur einer sehr reflektierten Sichtweise gleichkommt, sondern deutlich macht, wie hochgradig psycho-logisch Politik ist .

Seit Ende des Kalten Krieges gibt es daher zunehmend die Diskussion, wie Psychologen zu einer Kultur des Friedens ("culture of peace") beitragen können. Die UNESCO (Unterorganisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) hat im Jahre 1994 das "Committee for the Psychological Study of Peace (CPSP), der International Union of Psychological Science (IUPsyS) mit der Erstellung eines Arbeitspapiers zu diesem Thema beauftragt. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen fasst den Begriff "culture of peace" sehr weit, weshalb hier die acht Schlüsselbegriffe des "Culture-of-peace-Programms" angerführt sind, die eine Friedenskultur kennzeichnen: Gewaltlosigkeit, Menschenrechte, Toleranz und Solidarität, Gleichheit zwischen Männern und Frauen, nachhaltige Entwicklung, Demokratie, freier Informationsfluss und Erziehung zum Frieden.

Da der Konflikt (offenbar) zum Menschen gehört, ist es daher um so wichtiger sich gezielt mit Frieden beziehungsweise der Friedenspsychologie zu beschäftigen, welche dem Abbau oder der Prävention von direkter (personaler) oder indirekter (struktureller) Gewalt dient. Insgesamt zielt Friedenspsychologie auf die gewaltfreie Lösung von Konflikten ebenso ab wie auf die Verwirklichung politisch-ökonomisch-sozialer Gerechtigkeit. Die Grundlagen psychologischer Interventionen zur Förderung einer Kultur des Frieden ist eine nicht erschöpfende Liste, weshalb sie hier keinen Platz hat. Als relevante psychologische Bereiche des Problemfelds Friedensgestaltung sind exemplarisch Engagement für Frieden und gewaltfreier Widerstand, Zivilcourage und Pro-soziales Verhalten, Verhandeln, (Wirtschafts-)Mediation, interaktive Konfliktlösung und Versöhnung nach Konflikten oder interkulturelles Lernen beziehungsweise interkulturelle Kompetenz zu nennen.

K U L T U R P S Y C H O L O G I E

  • Angewandte Kulturpsychologie - in Arbeit, Organisation, Wirtschaft, Gesellschaft, Diplomatie und nationaler & internationaler Politik

Innerhalb der Psychologie gilt es bereits als unbestreitbar, dass nicht nur die Formen menschlichen Zusammenlebens kulturell bestimmt, sondern auch das Denken und Handeln kulturell beeinflusst sind. Insofern hat auch eine kulturbezogene Sicht in alle traditionellen Teilgebiete der Psychologie Eingang gefunden und sorgt so für noch mehr "Feinheiten" bei der Erkenntnisgewinnung. In der Kulturpsychologie werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Kulturen beziehungsweise Menschen anderer Herkunft untersucht und der Frage nachgegangen wie ähnlich oder fremd Strukturen des Denkens und damit des Verhaltens sind.

Das ebenso in der Sozialpsychologie angesiedelte Fach Kulturpsychologie steht hier zugleich auch für "kulturvergleichende" oder "interkulturelle Psychologie" beziehungsweise "cross-culture-psychology" (diese unterscheiden sich lediglich in der methodischen Ausrichtung, jedoch kaum in inhaltlichen Fragen). Die Erkenntnisse der Kulturstudien sind insofern sehr bedeutsam, da empirisches Wissen praktisch nur auf westlicher Forschungsarbeit basiert, was bei einer unkritischen Generalisierung (Übertragung auf andere Kulturen) zu Problemen führen kann. Diese können Verzerrungen der Ergebnisse und damit  "falsche" Annahmen und weiter die Ableitung ungeeigneter Maßnahmen sein oder auch dazu führen, dass "Aufgaben" nicht so fachkundig ausgeführt werden, wie es möglich wäre.

Es existieren für jeden Bereich - ob Politik, Arbeit, Wirtschaft, Bildung oder Gesundheit - eine Fülle an Erkenntnissen, die das bereits vorhandene Wissen um den Faktor Kultur erweitern. Entsprechend ist es möglich für die Klärung aller Fragen und Probleme (angefangen bei einfachen Erhebungen und Personal-, & Führungsthemen oder Gesundheits- und Bildungsfragen bis hin zu Fragen der Innovationsförderung etc.- und damit letztlich auch für alle Themen der Politik) exakt jene Methoden und Instrumente heranzuziehen, die als bestmögliche Wahl gelten. Längst ist schon bekannt, dass es auch innerhalb eines Kulturkreises bei Standardverfahren (Führung, Motivation, Erhebungen, Kommunikation, Werbung, etc.)  unterschiedliche "Präferenzen" geben kann und gibt und Standardwissen häufig "dem Einzelnen" nicht gerecht wird. Dass der Faktor Kultur damit interkulturell gesehen ein um so größeres Gewicht hat und entsprechend berücksichtigt werden muss, liegt damit wohl auf der Hand. Dennoch dominiert in der Praxis - ob bei Laien oder "Profis" - eine naive Herangehens- und Handlungsweise, was für ein "nicht-Ankommen der Botschaft" spricht, obwohl das Thema interkulturelles Lernen in aller Munde ist.

In einer globalisierten Welt, in der immer häufiger Angehörige unterschiedlicher Kulturen aufeinandertreffen, gewinnt Interkulturelles Lernen rasant an Bedeutung. Die Kulturpsychologie hilft mit wissenschaftlichen Erkenntnissen den noch existierenden "Knowing-Doing-Gap" zu schließen und bildet die Basis für den Erwerb interkultureller Kompetenzen. Interkulturelle Kompetenz ist heute stärker denn je eine notwendige Voraussetzung für gelungene (Interkulturelle-) Kommunikation, Kooperation & Verhandlung und muss beziehungsweise kann erlernt werden. Nicht zuletzt gilt es Missverständnisse und mögliche einhergehende Konflikte zu vermeiden. Mit dem Wissen aus der Kulturpsychologie können interkulturelle Herausforderungen in der Politik, der Diplomatie, oder im Management und im Marketing international tätiger Unternehmen überwunden und entsprechend professionell behandelt werden.

V E R H A N D L U N G S P S Y C H O L O G I E  &  K O M M U N I K A T I O N

  •  Angewandte Verhandlungspsychologie & (interkulturelle) Kommunikation - in Arbeit, Organisation, Wirtschaft, Gesellschaft, Diplomatie und nationaler & internationaler Politik

"Verhandlungen scheitern oft am "naiven Realismus" - an unserer Überzeugung, dass wir die Dinge so wahrnehmen, wie sie wirklich sind. Und wir gehen außerdem davon aus, dass andere vernünftige Menschen die Dinge genau so sehen wie wir". (Ross, 2005; Sozialpsychologe) *

Kommunikation ist einer der Knackpunkte in der zwischenmenschlichen Interaktion und kann - bei einem ungünstigen Verlauf - sogar in einem Missverständnis und damit in einem Konflikt enden. Kommunikation ist nicht nur ein zentraler, sondern auch ein hoch psychologischer Bereich unseres Lebens. Entsprechend dieser Tatsache ist es auch notwendig das herausfordernde Thema Kommunikation mit Tiefen,- und Fachwissen und mit "Respekt" zu erfassen, da man ihm ansonsten nicht gerecht werden kann. Besonders im Hinblick auf interkulturelle Zusammenarbeit ist dies ein (alles) entscheidender Faktor. Ohne Kommunikation kein Verhandeln. Insofern gilt es beide Themen "im Verbund" zu behandeln und - im Kontext Politik oder Globalisierung - ebenso um den Faktor Kultur zu erweitern. Nicht zuletzt deshalb, weil diese - und alle involvierten Themen - sowohl in der Politik, als auch in der Wirtschaft zum täglichen Dasein gehören und entsprechend tragende Säulen darstellen...

(Interkulturelle-) Kommunikation & Verhandlung und damit einhergehend auch Konflikt(-Lösung), Kooperation & Vertrauen sind eng miteinander verbundene psychologische Themen, die alle samt - sowohl einzeln als auch im Verbund, wie auch mit Kultur als Variable - auf jahrzehntelange sozialpsychologische Forschungsarbeit bauen. Und dennoch finden sich in der Praxis eine unendliche Anzahl an Beispielen, die an dieser Tatsache "vorbei arbeiten" und offenbar fundiertes Wissen um (nicht nur) diese Themen missachten - und das mit einer bemerkenswerten Beharrlichkeit.

In einer Konfliktsituation oder einer klassischen "Dilemma" Frage ist Kommunikation ein äußerts hilfreiches Instrument - aber nur mit einem großen ABER... Denn es ist mehr als wichtig auch zu wissen, welche Bedingungen herrschen müssen, damit Kommunikation zu einem kooperativen Verhalten führt und welche Faktoren das Gegenteil dessen bewirken, was man eigentlich zu erreichen versucht. Eine weit verbreitete und insgesamt recht naive "Sicht der Dinge" ist die Annahme, dass Kommunikation automatisch vertrauensförderlich wirkt. Auch hier gibt es sehr klare Einschränkungen und Bedingungen, die es zu berücksichtigen gilt, sofern man tatsächlich daran interessiert ist am Thema Vertrauen und damit an (Konflikt-)Lösungen zu arbeiten.

Vertrauen ist der Schlüsselfaktor für gelungene oder bestmögliche Kooperation und in seiner Struktur zart und zerbrechlich wie Porzellan. Immerhin handelt es sich bei Vertrauen per Definition um "einen psychologischen Zustand - getragen von der Bereitschaft sich verletzbar zu machen und der positiven Erwartung auf ein entsprechendes (gegenseitiges) Verhalten". In der Praxis wird Vertrauen jedoch als ein rein rationales Verhalten betrachtet und auch unter diesem Aspekt behandelt. Dieser Irrglaube basiert auf dem Menschenbild der Wirtschaftswissenschaften - dem Homo Oeconomicus (Siehe EBP, Frage 6). Die Mutterdisziplin allerdings, also die Psychologie, erfasst Vertrauen mit all seiner interpersonalen Kompläxität und den für Vertrauen beziehungsweise Vertrauensbildung zugrunde liegenden Faktoren - wie etwa Erwartungen, Affekte, Intensionen, Disposition, sozialer Kontext u.v.m., was dem realen Menschenbild entspricht und damit dem wahren Wesen der Themen Vertrauen & Verhandlung.

Die Liste an Faktoren, die mit dem Thema Vertrauen einhergehen, ist noch um den Faktor Kultur zu erweitern, welcher - gerade in Hinblick auf interkulturelle Verhandlungen & Kommunikation - eine tragende Rolle spielt. (Auch) Zum Thema interkulturelle Verhandlungen existieren wahre Wissensschätze und unzählige Erkenntnisse, die Bibliotheken füllen könnten, aber - wie generell bei allen auf dieser Webseite angeführten Themen und darüber hinaus - praktisch unbeachtet bleiben. Traurig aber wahr.

Die Psychologie der Verhandlung ist ein "Potpourri" an sozialpsychologischen Erkenntnissen und - man könnte sagen - weitaus mehr als die Summe der Einzelteile, die das Thema Verhandlung ausmachen. Es ist daher unverständlich, dass (auch) dieses Thema in der Praxis gerne auf wenige "Standards" reduziert wird und häufig  - wie generell bei psychologischen Themen üblich - in fachfremde Hände gelegt wird. Verhandlung beziehungsweise Verhandlungspsychologie beinhaltet Themen wie Emotion, Motivation, Kognition, Wahrnehmung, sozialer Kontext, Gerechtigkeitsempfinden, "Psychologie der Zahlen", Gruppengröße, Psychologie der Urteilsbildung & Entscheidungsfindung, um einige wenige zu nennen. Damit wird klar ersichtlich, dass hier für "rational" kein Platz ist...

Wenn man Verhandlung "verstehen" möchte, muss man zuerst Kultur "verstehen", so lautet eine zentrale Botschaft der Forscher, die sich auf 70 Jahre Erkenntnisgewinn berufen dürfen. Der Einfluss von Kultur ist ein zentraler Aspekt, der nicht unser Verhandlungsverhalten, sondern "alles Denken und Verhalten" beeinflusst - und das auf einer unbewussten Ebene. Soll heißen, dass es teils erhebliche Unterschiede im Vehandlungsverhalten gibt, und es notwendig ist jede einzelne Variable zu kennen und zu beachten, die in (interkultureller-) Verhandlung steckt...

Abschließend möchte ich ein Beispiel zum Nachdenken bringen, das deutlich macht, welch großen Einfluss (alleine) Sprache auf unsere Kognitionen hat (in Anlehnung an empirische Erkenntnisse): Angenommen sie wurden mit Sprache A sozialisiert und eine andere Person in Sprache B, wobei Sie beide auch eine gemeinsame Sprache C sprechen. Ihnen beiden wir eine Geschichte in Sprache C vorgelesen, die kleine "Lücken" hat, welche  Sie anschließend "füllen" sollen. In einer anderen Variante wird jeder Person die Geschichte jeweils in der Muttersprache vorgelesen - also A beziehungsweise B - und anschließend werden ihre "inneren Prozesse" mit denen der ersten Bedingung verglichen. Welchen Effekt beziehungsweise Unterschied könnte es hier geben? Kognitionen wechseln - ungeachtet dessen wie gut jemand Sprache C beherrscht, in die kulturelle Prägung von Sprache A beziehungsweise B und beeinflussen unter diesem "Filter" Wahrnehmung, Interpretation, Denken, Entscheidungsfindung und damit Handeln. Wenn also 20 "Staaten" um einen Tisch versammelt sind und über ein Thema diskutieren, haben sie 20 Mal diesen Effekt...multipliziert mit allen Themen wie Emotion, Motivation, Kommunikation, sozialer Kontext etc., die ihrerseits kulturell geprägt sind. Kompliziert? Nein, denn (auch) Verhandlung ist "ganz einfach" Angewandte Sozialpsychologie!

Fazit: Sozialpsychologie erklärt weshalb Verhandlungen zwischen Nationen (Personen, Gruppen) häufig schwierig sind und hilft maßgeblich dabei zu einer Verbesserung der Situation beizutragen, denn sie berücksichtigt sowohl Intrapersonale-, Interpersonale-, Intragruppen- und Intergruppen Prozesse, als auch Kontextbedingungen & Kultur als Variable und liefert einen 360° Blick Mal x...

M E D I E N -  &  W E R B E P S Y C H O L O G I E

  • Angewandte Medien-& Webepsychologie - in Wirtschaft & Politik

Text in Bearbeitung